13.05.06: Hamburger SV - Werder Bremen
K & K-Sturm schiet Werder in die
Knigsklasse
Werder hat es tatschlich geschafft. Die Grn-Weien gewannen das Finale um
die direkte Qualifikation fr die Champions League beim Hamburger SV mit 2:1. In
einem intensiv gefhrten und besonders in der zweiten Halbzeit rassigen,
hochdramatischen Nord-Derby brachte Ivan Klasnic die Werderaner in der 28.
Minute in Fhrung. Eine Druckphase des HSV fhrte in der 60. Minute zum 1:1
durch Barbarez, doch Miro Klose schoss Werder zum Sieg (72.). Cheftrainer Thomas
Schaaf hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 6:0-Kantersieg gegen Kln auf
zwei Positionen umgestellt und zwei gebrtige Hamburger ins Team gebracht.
Patrick Owomoyela spielte fr den verletzten Leon Andreasen, Ivan Klasnic
strmte an Stelle von Nelson Valdez. Die knisternde Spannung im 84. Nord-Derby
war von Beginn an zu spren. Keine der beiden Mannschaften wollte einen Fehler
machen, so dass die Anfangsphase spielerisch verhalten verlief. Der Hamburger SV
besa in Person von Timothee Atouba, der nach einem Freisto strflich frei zum
Kopfball kam, nach sieben Minuten die erste gute Tormglichkeit. Danach tat sich
lange Zeit nichts in beiden Strafrumen Fehlpsse und Fouls hemmten den
Spielfluss.
Die Werderaner kamen erst nach 28 Minuten zu ihrer ersten Torchance, die gleich
zum Fhrungstreffer reichte. Ein Eckball von Tim Borowski wurde zunchst
abgeblockt, doch ber Pasanen und Naldo gelangte der Ball zu Fahrenhorst. Der
Verteidiger versuchte einen Seitfallzieher, doch Atouba hinderte ihn und
spitzelte die Kugel ungewollt zu Miroslav Klose. Der Torschtzenknig brachte
den Ball mit Wucht vors Tor, Klasnic hielt den linken Fu rein das 0:1! Die
Antwort des HSV lie nicht lange auf sich warten. Barbarez profitierte von einem
Naldo-Fehlpass und bediente Ailton, doch der Schuss des Brasilianers trudelte
wenige Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (34.). Eine klasse Flanke von Atouba
spitzelte Lauth ebenfalls haarscharf am Bremer Gehuse vorbei (36.). Werder
rettete den knappen Vorsprung in die Kabine. Im zweiten Durchgang legten beide
Mannschaften dann auch die letzte Zurckhaltung ab, und es entwickelte sich ein
rassiges, mitreiendes Finale um die Champions League. Zunchst war der HSV am
Drcker, wollte unbedingt den Ausgleich erzielen. Werder hingegen agierte zu
passiv und hatte in der 50. Minute zudem das Glck auf seiner Seite.
Schiedsrichter Dr. Markus Merk verweigerte dem HSV bei einem harten Einsteigen
von Christian Schulz gegen Jarolim im Strafraum einen Elfmeter eine
umstrittene Entscheidung.
Hamburg drckte weiter und wurde zehn Minuten spter belohnt. Nach einer
Freistoflanke von Trochowski stieg Barbarez im Rcken des schlecht postierten
Naldo hoch und kpfte das 1:1. Tim Wiese war zwar noch am Ball, konnte ihn aber
nicht mehr entscheidend ablenken. Ausgerechnet Ailton htte seinen ehemaligen
Kollegen in der 65. Minute dann den endgltigen K.O. versetzen knnen. Nach
einem Konter des HSV spielte Barbarez einen uneigenntzigen Querpass zu Toni,
doch der Ex-Werderaner schoss aus acht Metern am leeren Tor vorbei eine
unglaubliche Szene! Werder war weiterhin im Spiel, brauchte aber unbedingt einen
Sieg. Deshalb ging Thomas Schaaf in der 67. Minute aufs Ganze und brachte mit
Nelson Valdez fr Petri Pasanen einen zustzlichen Strmer. Zunchst gerieten
die Grn-Weien aber ein weiteres Mal in arge Bedrngnis. Wieder bediente
Barbarez seinen Sturmpartner Ailton, doch sowohl der Brasilianer als auch Lauth
im Nachschuss scheiterten an Tim Wiese (70.). Der Unterschied zwischen dem HSV
und Werder lag eindeutig in der Effektivitt. Denn whrend die Hamburger
reihenweise beste Mglichkeiten auslieen, reichte Miro Klose eine Chance fr
sein Tor.
Es war die 72. Minute, als der Nationalstrmer erneut seine derzeitige
Ausnahmestellung unter Beweis stellte. Eine gefhlvolle Vorlage von Daniel
Jensen verlngerte Naldo per Kopf zu Klose, der vor seinen Bewachern Boulahrouz
und Demel an den Ball kam und ihn mit dem linken Fu ins rechte Eck schlenzte
der 25. Saisontreffer des frischgebackenen Torschtzenknigs. Wtende
Gegenangriffe der Hamburger waren die Folge, whrend Werder sich aufs Kontern
verlegte. Beide Teams kamen zu weiteren Chancen: HSV-Keeper Kirschstein
verhinderte mit einem tollen Reflex ein zweites Tor von Klose, auf der
Gegenseite fischte Wiese Trochowski den Ball vom Fu, als der Mittelfeldspieler
ihn ausspielen wollte (77.).Sieben Minuten vor Schluss zeigte Schiedsrichter
Merk auf den Elfmeterpunkt, nachdem Boulahrouz Valdez im Laufduell zu Fall
gebracht hatte. Tim Borowski bernahm die Verantwortung und traf nur den
Innenpfosten. Das Zittern ging weiter. Der HSV rannte bis zum Schluss an
aber vergeblich. Um 17.20 Uhr war es amtlich: Die Grn-Weien stehen zum dritten
Mal in Folge in der Champions League. Dank eines tollen Schlussspurts haben die
Bremer den Hamburger SV auf der Zielgeraden der Bundesliga noch abgefangen und
sich die Vizemeisterschaft gesichert der perfekte Abschluss einer groartigen
Saison!